Männer Volleyball WM 2010 – Deutschalnd verliert Spiel gegen Polen 3:2

So hatten sich die deutschen Volleyballer die Vorrunde der WM 2010 ganz sicher nicht vorgestellt. In Italien findet dieses Jahr die Volleyball Weltmeisterschaft statt. Dort hat Volleyball ungefähr den Stellenwert, den Fussball hier bei uns hat. Man braucht den Italienern nur einen Namen der italienischen Nationalmannschaft hinwerfen und sie wissen Bescheid. In Deutschland würden wahrscheinlich 95% Prozent erst mal fragen „War der bei „Das Supertalent“ dabei?“.

Leider hat es für die deutschen Männer nicht besonders rosig begonnen. Bereits gestern mussten die Jungs gegen Serbien ran. Dass dies kein leichten Unterfangen werden würde, wusste man von vorne rein. Die Serben stehen in der Weltrangliste auf dem vierten, die deutsche Nationalmannschaft nur auf dem elften Platz.

Dennoch haben sich die Volleyballer gut geschlagen, die beiden ersten Sätze gingen mit 25:21 und 25:21 verloren. Der letzte zeigte die Niederlage leider schon etwas deutlicher. Mit 25:13 ging auch der dritte Satz an die Serben. So hieß es am Ende 0:3 für Serbien.

Heute wollten sie alles besser machen. Dass sie es können und auch das Potenzial dazu haben, zeigte sich nicht nur in der Vergangenheit. Auch gestern konnte man sehen, dass die Jungs mehr drauf haben, als sie gegen die Serben abrufen konnten. Sicherlich wurden Fehler gemacht, aber keine, die man nicht noch ausmerzen kann, um dann eine Runde weiterzukommen.

Doch auch gegen Polen gab es einige Fehler, gleich wohl man sagen muss, dass sie sich alle samt im Vergleich zu gestern gesteigert haben. Den ersten Satz konnten die Polen dennoch für sich entscheiden. Mit 25:20 sicherten sie sich den ersten Satz.

Die Antwort der deutschen Mannschaft folgte dann aber stehenden Fußes. Den zweiten Satz konnten sie für sich entscheiden, mit 21:25. Im dritten Satz ging es spannend weiter, doch leider hatten hier die Polen die Nase wieder vorne und konnten mit 25:22 auf 2:1 erhöhen. Aber die deutsche Mannschaft kämpfte und zur Belohnung gab es den Sieg des vierten Satzes, mit 22:25 konnten sie ausgleichen.

Nun ging es in den fünften und damit definitiv letzten Satz für diesen Abend. Dieses Mal wurde nur bis 15 Punkte gespielt. Auch hier musste die Siegermannschaft mit zwei Punkten unterschied den Satz gewinnen. Leider sollte es an diesem Abend abermals für die deutsche Mannschaft nicht reichen. Mit einem unglücklichen 13:15 mussten sie sich dem Europameister geschlagen geben. So hieß es nach über zwei Stunden 3:2 für Polen.

Damit liegt Deutschland im Moment auf dem letzten Platz in der Gruppe F. Morgen muss also ein Sieg gegen Kanada her oder die deutsche Mannschaft fährt nach Hause. Der Sieg der Kanadier über die Serben am heutigen Tag kann eigentlich nur als Taktik der Serben zu gelten sein. Denn niemand in dieser Gruppe F möchte erster werden. Das würde nämlich bedeuten, dass man zu früh in diesem Turnier auf einen der großen Favoriten trifft. Brasilien, USA und Russland.

Kanu WM 2010 Posen – Vom Berg des Glücks ins Tal der Tränen

Was für eine Niederlage für den DKV am heutigen Sonntag. Konnten die Kanuten gestern noch insgesamt noch acht Medaillen, musste man sich heute mit gerade mal drei Medaillen abfinden. Das ist für viele mehr als eine Enttäuschung, schließlich war die WM das wichtigste Ereignis dieses Jahr für die Kanuten.

Für die Medaillen sorgten an diesem Tag der K4 der Frauen über 500 Meter in der Besetzung Fanny Fischer, Nicole Reinhardt, Katrin Wagner-Augustin und Tina Dietze. Das deutsche Boot musste sich nur den Ungarinnen geschlagen geben, die eine überzeugende Darstellung boten. Silber holten sich also die Frauen aus Deutschland, Bronze ging an die Polinnen.

Die zweite Silbermedaille holte sich Ronny Rauhe im K1 über 200 Meter, der seine einstige Überlegenheit am Start nicht mehr zeigen konnte. Dennoch konnte er auf der kurzen Strecke eine klasse Leistung bringen und musste am Ende nur dem Briten Edward Mckeever den Vortritt lassen. Dritter wurde der Pole Piotr Siemionowski.
Für die dritte Medaille darf man den Frauen der Staffel über 200 Meter danken bzw. gratulieren. Nicole Reinhardt, Conny Wassmuth, Tina Dietze und Katrin Wagner-Augustin konnten sich vor die Konkurrentinnen setzen und holten zum Abschluss des Tages und der WM die Goldmedaille.

Vielleicht eine kleines versöhnliches Ergebnis an diesem bitteren Tag. Die schlechten Platzierungen der anderen Boote, lassen aber wenig Raum für Freude. Den vierten Platz gab es jeweils für Nicole Reinhardt über 200 Meter, Fanny Fischer und Conny Wassmuth im K2 ebenfalls über 200 Meter. Auch der K2 der Herren (Hollstein/Ihle) und der Frauen (Carolin Leonardt/ Silke Hörmann) über 500 Meter kam nicht über einen vierten Platz hinaus.

Den fünften Platz gab es einmal für Max Hoff über 500 Meter im K1 und für den C2 über 200 Meter mit Björn Wäschke und Stefan Kiraj. Die Staffel über 200 Meter im C1 (Holtz/Kiraj/Wylenzek/Brendel) konnte nur einen sechsten Platz sichern. Stefan Holtz musste sich auch im C1 über 200 Meter nur mit einem siebenten Platz zufrieden geben.

Böse ging es auch für Sebastian Brendel im C1 über 500 Meter aus. Als letzter überquerte er die Ziellinie und war ganz sicher nicht zufrieden mit dem Ergebnis. Für die Männer Staffel im K1 über 200 Meter mit Jonas Ems, Norman Bröckl, Sören Schust und Ronny Rauhe kam es ganz bitter. Rauhe musste sein Rennen abbrechen und so wurde es am Ende ebenfalls nur der letzte Platz.

Sicherlich sind einige der Boote nur knapp an einer Medaille vorbei geschrammt, doch am Ende fragt keiner wie knapp es war, sondern nach den ersten drei Plätzen. Denn wir alle wissen, dass alles was nach dem dritten Platz kommt nicht mehr zählt. (Böse Zungen behaupten ja, dass nur der Sieg zählt, aber ganz so krass wollen wir mal nicht sein.) So weiß der DKV aber auch, dass es noch ein paar Baustellen gibt, an denen bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London noch gearbeitet werden muss.

Kanu WM 2010 in Posen (Poznan/Polen) – 3 Weltmeistertitel, 1 Vizeweltmeistertitel und 2 dritte Plätze am ersten Finaltag

Was für ein Auftakt für das Deutsche Kanu Team bei der Weltmeistermeisterschaft 2010 in Posen/Polen. Acht Rennen standen an, in sieben von ihnen waren deutsche Boote vertreten und diese machten beinahe alle den Zuschauern, aus deutscher Sicht, sehr viel Freude.

Das erste Finale an diesem Tag absolvierte der C4 über 1000 Meter in der Besetzung Chris Wend, Tomasz Wylenzek, Ronald Verch und Erik Rebstock. Eine Medaille erwartete man durchaus von diesem Quartett und so brachten sie auch den Soll. Mit dem dritten Platz und damit der Bronzemedaillen holten sie die erste Medaille am heutigen Tag.

Als nächstes ging Franziska Weber an den Start. Im K1 über 1000 Meter gab es eine große Favoritin zu schlagen, die Ungarin Katalin Kovacs. Die junge Kanutin aus Potsdam lieferte ein überragendes und cleveres Rennen. Eine ganze Weile fuhr sie eine halbe Bootslänge hinter der Ungarin, doch dann kam die große Stunde der Franziska Weber. Durch ihr klasse eingeteiltes Rennen zog sie an Kovacs vorbei und holte ihren ersten Weltmeistertitel.

Ein spannendes Rennen zeigte auch Max Hoff im K1 über 1000 Meter. Angetreten als Titelverteidiger ließ er die Zuschauer ganz schön zittern. Aber Max Hoff wäre nicht Max Hoff, wenn er am Ende nicht noch eine Schippe auflegen könnte. Mit einem Endspurt, bei dem man den Siegeswillen spüren konnte, setzte er sich vor dem Briten Tim Brabants durch und gewann das Rennen. Somit gab es einen weiteren Weltmeistertitel für Deutschland.

Das nächste Rennen bestritt der junge Sebastian Brendel im C1 über 1000 Meter. Und auch er machte das Rennen nicht gerade uninteressant. Würde er eine Medaille holen oder muss er sich als vierte geschlagen geben. Spannende Rennen sind einfach wunderschön mit anzusehen und wenn dann auch noch eine Medaille dabei rauskommt sind sie umso besser. Für Sebastian Brendel gab es am Ende den dritten Platz.

Auch der K2 der Männer über 1000 Meter in der Besetzung Martin Hollstein und Andreas Ihle machte den Zuschauern besonders Freude. Ein Rennen, das man sich gerne öfter ansieht, mit einem Endspurt, der den Zweier einen Weltmeistertitel einbrachte. Also auch Hollstein/Ihle konnten ihr Rennen gewinnen.

Nun sollte das Flaggschiff des deutschen Kanuverbands folgen. Der K4 über 1000 Meter. Markus Groß, Norman Bröckl, Tim Wieskötter und Hendrik Bertz wollten zeigen was sie drauf haben, doch es sollte anders kommen. Sie ließen das französische Boot viel zu weit wegfahren und konnten auch den Weißrussen und den Tschechen nicht wirklich was entgegen setzen. So hieß es am Ende Platz vier und das ist, ohne die Jungs zu verurteilen, eine große Enttäuschung. Aber es gibt eben Tage da soll manches nicht sein, egal wie gut man vorher war.

Das letzte Rennen bestritten die Frauen im K2 über 1000 Meter. Hier war es gar keine Frage wer den Weltmeistertitel nach Hause fahren würde. Das ungarische Boot mit Gabriella Szabo und Tamara Cipes fuhr uneinholbar vorne weg. Das bedeutete für Carolin Leonhardt und Silke Hörmann einen Kampf um Platz zwei oder drei. Die Russinnen konnten allerdings sehr gut mithalten, dennoch wurde es für die deutschen Mädels der Vizeweltmeistertitel.

Fassen wir am Ende mal zusammen. Drei Weltmeistertitel, ein Vizeweltmeistertitel und zwei Bronzemedaillen. Wenn das nicht ein erfolgreicher Start für den DKV in die Weltmeisterschaft 2010 ist, was dann? Gut eine Medaille für den K4 hätte die Sache noch abgerundet, aber man kann nicht alles haben, das müssen wir immer wieder lernen.

Bevor es morgen weiter geht mit den Finalläufe über 500 Meter und 200 Meter, müssen heute Nachmittag noch einmal Max Hoff, Franziska Weber und Ronald Verch ran. Dann heißt es 5000 Meter sterben.

Hochwasseralarm in Brandenburg – Oder steigt schnell an

In Polen kämpfen die Einwohner schon seit geraumer Zeit gegen das steigende Wasser der Weichsel und der Oder. Es war bereits ab zu sehen, dass die Oder auch in Deutschland ansteigen wird, allerdings hat man nicht damit gerechnet, dass es so schnell ansteigen wird.

Nun hat Brandenburg die höchste Alarmstufe ausgerufen. Alle Helfer sind in Alarmbereitschaft. Eigentlich rechnete man erst morgen gegen Abend mit diesen Ausmaßen. Die ganze Nacht über werden nun die Deiche bewacht, Sandsäcke stehen bereit um eine Überflutung des Landes zu verhindern.

Entlang der Oder wurden beinahe alle Deiche nach dem Jahrhunderthochwasser 1997 erneuert, doch es gibt an zwei Stellen, die circa fünf Kilometer lang sind, befürchten Experten, dass diese nicht halten könnten, wenn das Wasser länger als zehn Tage auf extrem hohen Stand ist.

Mehr als Abwarten und hoffen, dass alles so eintrifft, wie man es sich vorstellt, bleibt allen Betroffenen leider nicht übrig. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck brach seinen Urlaub ab um sich über die Lage vor Ort ein Bild zu machen. Doch auch er kann nichts weiter tun als die Nacht abzuwarten.