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Alltag-Stress Beziehungen Kussi auf Bauchi

„Schatz, es sind 30°C … du willst doch nicht wirklich SEX?!!!!“

Ich glaube es einfach nicht. Morgens kurz nach dem Aufstehen, ist der erste Gang erst mal unter die Dusche. Das Wasser ist eiskalt, aber so erfrischend, dass ich glatt vergessen könnte, dass die Sommerhitze die Wohnung auf 30°C erwärmt hat.

Problem bei dem ganzen ist nur, dass ich mich nach dem Duschen frage, ob ich überhaupt geduscht habe. Denn das Wasser verdunstet schneller, als ich mich abtrocknen kann. Aber ich habe es wenigstens versucht. Frisch verklebt von den 10 minütigen Gehen zur S-Bahn, sitze ich dann auch schon einem dicken, schweißüberzogenen Mann gegenüber. Oh, welch Freude.

Aber eigentlich kann ich es ihm nicht mal übel nehmen. Denn während draußen 30°C sind, fühlt es sich in der S-Bahn an, als wären es 45°C. Da fange auch ich wieder kräftig zu transpirieren an und ich sitze nur. Die Menschen, die bei diesen Temperaturen sportlichen Aktivitäten nachgehen, kann man eigentlich nur bewundern oder ihnen den direkten Weg zur nächsten Psychiatrie weisen.

Froh endlich wieder einigermaßen Luft zubekommen, steige ich aus der S-Bahn und renne förmlich ins Büro. Nicht das dort etwa eine Klimaanlage installiert wäre, aber es gibt immerhin einen Ventilator, der mir das Gefühl gibt direkt auf einem Flugplatz zuarbeiten. Aber man sollte sich ja nicht beschweren, manche Leute, haben noch nicht mal ein Fenster zum Öffnen in ihrem Büro.

Meine Arbeit ist nicht gerade körperlich anstrengend, aber dennoch schwitzt mein Körper aus jeder einzelnen Pore. Aus diesem Grund überlege ich mir zweimal ob ich zum Mittag rausgehen soll oder doch lieber unbeweglich vor meinem Monitor sitzen bleibe. Ich beschließe letzteres, was mir leider den unangenehmen Besuch meines Chefs beschert, der es übrigens tatsächlich geschafft hat vier Tage hintereinander die gleichen Klamotten zu tragen und das bei dem Wetter.

Beim nächsten Gespräch sollte ich ihn vielleicht fragen, welche Wundermittel er hat, dass die Sachen nicht völlig durchtränkt von Schweiß sind. Nachdem meine Mittagspause also daraus bestand sich die obskursten Ideen meines Chefs anzuhören. Bin ich nach neun Stunden froh endlich nach Hause gehen zu können.

Und während ich kopfnickend und auf Durchzug gestellt vor meinem Chef saß, haben die bei der Bahn tatsächlich vergessen, die Wagons zu lüften oder sie haben die Heizung angemacht. Alles was ich weiß, ist dass ich mich in der S-Bahn nach Hause fühtle wie in der Sauna. Und zu allem Überfluss besaß der Typ mir gegenüber auch noch die Frechheit einen Döner zu essen. In einer S-Bahn, bei 55°C!!!

Egal, ich wollte einfach nur noch unter meine kalte Dusche und dann ins Bett, diese Hitze kann einen ganz schön schlauchen. Nach gefühlten 100 Jahren, konnte ich endlich das kühle Nass auf meiner Haut spüren und war glücklich. Als mein Körper dann allerdings langsam Anzeichen von Erfrierung hatte, stieg ich aus der Dusche und legte mich halbnackt, nur mit einem Slip bekleidet ins Bett.

Ich spürte wie der Schlaf über mich kam, aber ich hatte nicht mit meinem Freund gerechnet. Der, zu meinem Leid, in einem klimatisierten Büro arbeitete, einen Wagen fuhr, der eine Klimaanlage besaß und der am Ende eines Tages noch genau so frisch war wie am Morgen.

Mein Fehler war es unbekleidet ins Bett zu gehen. Denn als nächstes merkte ich nur noch, dass mein Freund der Meinung war, bei dieser Hitze Sex haben zu müssen. Der Gedanke gleich wieder auf jedem Zentimeter meiner Haut Schweißtropfen zu haben, brachte mich nicht gerade in sexuelle Erregung. Also sah ich ihn an mit ungläubigen Blick und fragte „Schatz, es sind 30°C … du willst doch nicht wirklich SEX?!!!!“.

Okay es war vielleicht nicht unbedingt eine Frage, eher eine Feststellung, aber sie hatte zum Ergebnis, dass mein Freund beleidigt abzog und sich einer kalte Dusche gönnte. Wahrscheinlich nicht aus demselben Grund wie ich einige Minuten zuvor, aber am Ende zählt, dass ich in Ruhe einschlafen konnte.