Kanu WM 2010 in Posen (Poznan/Polen) – 3 Weltmeistertitel, 1 Vizeweltmeistertitel und 2 dritte Plätze am ersten Finaltag

Was für ein Auftakt für das Deutsche Kanu Team bei der Weltmeistermeisterschaft 2010 in Posen/Polen. Acht Rennen standen an, in sieben von ihnen waren deutsche Boote vertreten und diese machten beinahe alle den Zuschauern, aus deutscher Sicht, sehr viel Freude.

Das erste Finale an diesem Tag absolvierte der C4 über 1000 Meter in der Besetzung Chris Wend, Tomasz Wylenzek, Ronald Verch und Erik Rebstock. Eine Medaille erwartete man durchaus von diesem Quartett und so brachten sie auch den Soll. Mit dem dritten Platz und damit der Bronzemedaillen holten sie die erste Medaille am heutigen Tag.

Als nächstes ging Franziska Weber an den Start. Im K1 über 1000 Meter gab es eine große Favoritin zu schlagen, die Ungarin Katalin Kovacs. Die junge Kanutin aus Potsdam lieferte ein überragendes und cleveres Rennen. Eine ganze Weile fuhr sie eine halbe Bootslänge hinter der Ungarin, doch dann kam die große Stunde der Franziska Weber. Durch ihr klasse eingeteiltes Rennen zog sie an Kovacs vorbei und holte ihren ersten Weltmeistertitel.

Ein spannendes Rennen zeigte auch Max Hoff im K1 über 1000 Meter. Angetreten als Titelverteidiger ließ er die Zuschauer ganz schön zittern. Aber Max Hoff wäre nicht Max Hoff, wenn er am Ende nicht noch eine Schippe auflegen könnte. Mit einem Endspurt, bei dem man den Siegeswillen spüren konnte, setzte er sich vor dem Briten Tim Brabants durch und gewann das Rennen. Somit gab es einen weiteren Weltmeistertitel für Deutschland.

Das nächste Rennen bestritt der junge Sebastian Brendel im C1 über 1000 Meter. Und auch er machte das Rennen nicht gerade uninteressant. Würde er eine Medaille holen oder muss er sich als vierte geschlagen geben. Spannende Rennen sind einfach wunderschön mit anzusehen und wenn dann auch noch eine Medaille dabei rauskommt sind sie umso besser. Für Sebastian Brendel gab es am Ende den dritten Platz.

Auch der K2 der Männer über 1000 Meter in der Besetzung Martin Hollstein und Andreas Ihle machte den Zuschauern besonders Freude. Ein Rennen, das man sich gerne öfter ansieht, mit einem Endspurt, der den Zweier einen Weltmeistertitel einbrachte. Also auch Hollstein/Ihle konnten ihr Rennen gewinnen.

Nun sollte das Flaggschiff des deutschen Kanuverbands folgen. Der K4 über 1000 Meter. Markus Groß, Norman Bröckl, Tim Wieskötter und Hendrik Bertz wollten zeigen was sie drauf haben, doch es sollte anders kommen. Sie ließen das französische Boot viel zu weit wegfahren und konnten auch den Weißrussen und den Tschechen nicht wirklich was entgegen setzen. So hieß es am Ende Platz vier und das ist, ohne die Jungs zu verurteilen, eine große Enttäuschung. Aber es gibt eben Tage da soll manches nicht sein, egal wie gut man vorher war.

Das letzte Rennen bestritten die Frauen im K2 über 1000 Meter. Hier war es gar keine Frage wer den Weltmeistertitel nach Hause fahren würde. Das ungarische Boot mit Gabriella Szabo und Tamara Cipes fuhr uneinholbar vorne weg. Das bedeutete für Carolin Leonhardt und Silke Hörmann einen Kampf um Platz zwei oder drei. Die Russinnen konnten allerdings sehr gut mithalten, dennoch wurde es für die deutschen Mädels der Vizeweltmeistertitel.

Fassen wir am Ende mal zusammen. Drei Weltmeistertitel, ein Vizeweltmeistertitel und zwei Bronzemedaillen. Wenn das nicht ein erfolgreicher Start für den DKV in die Weltmeisterschaft 2010 ist, was dann? Gut eine Medaille für den K4 hätte die Sache noch abgerundet, aber man kann nicht alles haben, das müssen wir immer wieder lernen.

Bevor es morgen weiter geht mit den Finalläufe über 500 Meter und 200 Meter, müssen heute Nachmittag noch einmal Max Hoff, Franziska Weber und Ronald Verch ran. Dann heißt es 5000 Meter sterben.