Geheime US-Depeschen und nichts Neues – Westerwelle „aggressiv“, Merkel „unkreativ“

Na das hat die Politikwelt doch gebraucht. Die Veröffentlichung von geheimen US-Depeschen bei Wikileaks wirft kein schönes Licht auf Politiker aus aller Welt, doch ganz besonders unschön wird es wohl für die USA werden. Denn nicht nur das Russlands Premier Putin als „Alpha-Rüde“ bezeichnet wird oder Präsident Dmitri Medwedew als „blass“ und „zögerlich“, nein auch die deutschen Politiker kriegen so richtig ihr „Fett weg“.

Das Urteil über Angela Merkel fällt nicht gerade nett aus. Sie sei nicht kreativ genug und scheue das Risiko. Intern soll sie sogar „Teflon“ genannt werden, weil alles an ihr abgleite. Guido Westerwelle trifft es sogar noch härter. Er wird von den US-Diplomaten als „aggressiv“ bezeichnet und dass er sich abfällig über die Meinung anderer äußert, sobald er angegriffen wird. Am besten schneidet wohl Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ab.

Die „Enthüllungen“ über die deutschen Politiker dürften vielen Deutschen jetzt nicht vollkommen aus der Luft gegriffen vorkommen. Natürlich sind es keine netten Sachen, die da an die Öffentlichkeit gekommen sind, aber auch wir wissen durchaus, dass Angela Merkel dazu neigt, keine großen Risiken einzugehen und das Herr Westerwelle eine absolute Fehlbesetzung auf dem Außenministerposten ist, war den meisten Bürgern hier zu Lande schon von Anfang an klar.

Im Grunde ist es nicht wirklich ein Skandal, es ist nur mal was Neues, dass die Wahrheit nicht verschleiert werden und dass Meinungen der USA über ausländische Politiker so direkt für jeden lesbar sind. Aber ob diese Depeschen nun öffentlich sind oder nicht, änder ja nichts an der Politik selber. Die, doch eher subjektiven, Einschätzungen der Politiker können nun als gegeben hingenommen werden, aber am Ende bildet sich doch jeder seine eigene Meinung und die US-Diplomaten bzw. Informanten haben die Weisheit ja auch nicht mit dem Löffel gegessen, auch wenn sie gerne so tun.

Ein Gedanke zu „Geheime US-Depeschen und nichts Neues – Westerwelle „aggressiv“, Merkel „unkreativ““

  1. Es hat sich doch in den letzten 18 Monaten deutlich herausgestellt, dass Westerwelle nicht das Format hat, ein Staat wie die BRD als Außenamtschef zu repräsentieren. Aber auch innenpolitisch hat er sich durch seine Hartz4-Aussagen disqualifiziert. Als Bürger dieses Landes neigt man bereits zum Fremdschämen für unseren Außenminister. Die Frage ist bloß, wann erlöst uns Westerwelle und tritt zurück?

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