Drei tote Babys in der Uniklinik Mainz – fehlende Hygiene an deutschen Krankenhäusern?

Seit ein paar Tagen hört bzw. liest man in den Medien immer wieder von den toten Babys in der Uniklinik Mainz. Gestern starb ein weiteres Baby. Damit gibt es inzwischen also drei Todesfälle, vermutlich auf Grund von Darmbakterien in der Flüssignahrung.

Insgesamt wurden 11 Säuglinge mit den gefährlichen Bakterien infiziert. Man geht davon aus, dass wahrscheinlich die Schläuche nicht richtig sauber waren. Damit entwickelt sich jetzt eine Debatte über die Hygiene in deutschen Krankenhäusern. Nur wenige Länder haben eine Hygiene-Vorschrift für die Krankenhäuser, das müsse schnellstens geändert werden.

Nun will die schwarz-gelbe Koalition nach der Sommerpause Hygiene-Vorschriften auf den Weg bringen, die dann bundesweite gelten sollen. Es ist keine Neuigkeit, dass sich immer wieder Patienten im Krankenhaus mit Bakterien und Krankheitserregern infizieren. Jährlich passiert dies circa 600.000 Mal. Bis zu 40.000 Patienten sterben sogar an den Folgen solch einer Infektion.

Es ist schon eine Schande für ein so fortschrittliches Land wie Deutschland, dass es ausgerechnet an Krankenhäusern offensichtlich keine Vorschriften zur Hygiene gibt. Dort wo man doch eigentlich mit der größten Sauberkeit rechnet, scheint man als Patient am gefährdetsten zu sein. Andere Länder sind uns da schon riesen Schritte voraus.

So gehen die Niederländer bereits seit Mitte der 80er konsequenter gegen Keime vor. Dort sind zum Beispiel nur noch ein bis drei Prozent der Keime resistent gegen Antibiotika. Deutsche Patienten, die sich in ein niederländisches Krankenhaus verlegen lassen, müssen sogar bis zu 48 Stunden in Quarantäne, um zu verhindern, dass sich Keime erneut ausbreiten können.

Nach den Vorfällen in der Uniklinik Mainz ist also mehr als an der Zeit, die Hygiene-Vorschriften in deutschen Krankenhäusern zu verbessern. Es ist wirklich tragisch, dass es immer erst Todesfälle geben muss, bevor gehandelt wird.

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