„Das ist Chefsache“ … Willkommen im Irrenhaus!

Nun kennen wir alle sicherlich das Gefühl, dass der Mensch für den man arbeitet zuweilen eine Zumutung ist. Dennoch akzeptiert und respektiert man ihn. Doch in dieser Welt gibt es Führungspersonal, das so lieber nicht auf die Angestellten losgelassen werden sollte. Wenn doch, dann hat man ganz schnell das Gefühl, dass man sich im Irrenhaus befindet.

Ein Chef möchte von seinen Mitarbeitern respektiert werden. Natürlich hat er auch das Recht dazu. Was aber, wenn man schon so lange in einer Firma oder in einem Betrieb arbeitet, dass man nicht nur die guten sondern auch die schlechten Seiten des Chefs gesehen hat? Was wenn, die schlechten so herausstechen, dass es einem schwer fällt, den Respekt aufzubringen, der sich gehört?

Respekt funktioniert stets in zwei Richtungen. Nur weil man der Boss ist, wird man nicht auch automatisch respektiert. Ohne Frage gibt man immer sein bestes, denn man wurde eingestellt um einen bestimmten Job zu machen. Diesen macht man nach besten Wissen und Gewissen. Dafür möchte man dann aber auch den Respekt bekommen, der einem zusteht. Fällt dieser aber aus oder wird man stets nur „klein“ gemacht, dann ist man auch nicht mehr bereit dem Chef, den Respekt zu geben, den er verlangt.

In vielen Firmen gibt ein wöchentliches Meeting, ein „Brainstorming“ oder ähnliches. Dort werden Ideen, Vorschläge und andere Sachen besprochen. Meist kommen dabei ganz gute Ideen raus. Dann wird zum Beispiel die Idee von Mitarbeiter X aufgegriffen und man setzt sie um. Natürlich immer mit ein paar kleinen Problemchen und Abstrichen.

Nun kommen wir aber wieder zurück zum „Irrenhaus„. Sporadisch werden dort Meetings abgehalten, wenn es hoch kommt, zwei- dreimal im Jahr. Dort werden nun also einige Dinge besprochen, Ideen angebracht und vielleicht auch mal ein paar Vorschläge gemacht, wie man Sachen anders angehen könnte.

Ein guter Chef hört sich das an und nimmt von diesen Vorschlägen den ein oder anderen noch einmal genau unter die Lupe, denn es könnte ja tatsächlich möglich sein, dass die Angestellten, die er einst in den Glauben, dass sie gut arbeiten, eingestellt hat, wirklich gute Ideen haben.

Doch in unserem Fall ist es so, dass der Chef gerne mal nachfragt, was seine Angestellten denn so denken und auch von seinen Vorstellungen halten, letztendlich ist es ihm aber reichlich egal. Denn egal wie gut die Argumente oder die Ideen seiner Mitarbeiter sind, es wird stets das gemacht was er will. Da fragt man sich als Angestellter dann, warum der Chef überhaupt fragt. Aus purer Höflichkeit? Dann kann er das auch lassen.

Niemand möchte nach seiner Meinung gefragt werden und dann von oben herab mit einem überheblichen Lächeln begutachtet werden. Vor allem wenn man genau erkennen kann, dass der Chef in diesem Augenblick folgendes denkt: „Redet ihr nur! Ihr habt doch keine Ahnung! Ich weiß alles und ihr nichts!“.

Da fühlt man sich als Angestellter doch richtig wohl. Da möchte man doch glatt noch weitere fünf Jahre in dieser Firma arbeiten. Im Grunde gibt es nur zwei Möglichkeiten. Die erste heißt, Klappe halten, sich durchbeißen und hoffen, dass die Zeiten besser werden. Die zweite, die schwierige, heißt, Sachen packen, sich einen neuen Job suchen und dem Chef noch mal richtig die Meinung sagen. Das macht die Sache vielleicht nicht besser, aber sie befreit ungemein.